Impressum | Rechtliche Hinweise/Datenschutz | Suche: 
System der Quotelung
Das neue VVG sieht für sämtliche Verletzungen vertraglicher Pflichten und Obliegenheiten des VN ein nahezu einheitliches System von Rechtsfolgen vor, das wie folgt zusammengefasst werden kann: Bei einfacher Fahrlässigkeit des VN ist der Versicherer zur vollen Leistung verpflichtet. Bei grober Fahrlässigkeit des VN findet eine Quotelung der Leistung statt, bei Vorsatz des VN ist der Versicherer leistungsfrei. Damit wurde das „Alles-Oder-Nichts-Prinzip“ abgeschafft.

Die Anwendungsfälle für eine Quotelung bei grober Fahrlässigkeit durch den VN sind:

In fast allen Fällen der groben Fahrlässigkeit des VN ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des VN entsprechenden Verhältnis zu kürzen. Ausnahmen hierzu betreffen die Haftpflichtversicherung (§ 103 VVG), die Unfallversicherung (§ 183 VVG) sowie die Lebens- (§ 161 VVG) und die Krankenversicherung (§ 201 VVG). Die Beweislast für das Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit trägt der VN. Die Schwere des Verschuldens bei grober Fahrlässigkeit muss der Versicherer beweisen. Vorsatz hat der Versicherer ebenfalls zu beweisen. Keine Quotelung findet bei Prämienzahlungsverzug und der vorvertraglichen Anzeigepflicht statt.
zurück