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Einordnung der Vermittler

Im Versicherungsvermittlungsbereich gibt es zahlreiche, verschiedene Vermittlertypen mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten. Jeder Vermittlertyp wird von dem Gesetzgeber bzw. der Rechtsprechung mit einem eigenen, individuellen Status versehen, der ihre rechtliche Unterscheidung ermöglichen soll. Gleichwohl ist nicht in jedem Fall klar - zumindest nicht immer auf dem ersten Blick -, um welchen Vermittlertyp es sich im konkreten Fall handelt, denn selbst die jeweilige Bezeichnung der Beteiligten (z.B. in einem Kooperationsvertrag zwischen einer Versicherungs- respektive Vertriebsgesellschaft und einem Vermittler oder zwischen zwei Vermittlern) offenbart nicht immer den richtigen Status des betreffenden Vermittlers. Denn nicht überall, wo Versicherungsmakler oder Versicherungsvertreter draufsteht ist auch ein Versicherungsmakler oder Versicherungsvertreter drin! Nicht selten hat ein in einer Vereinbarung betitelter Versicherungsmakler juristisch gesehen in Wahrheit den Status eines Versicherungsvertreters. Diese „Ungenauigkeit“ kann je nach Optik fatale, aber auch Heil bringende Folgen haben, Stichwort: Ausgleichsanspruch. Es folgt eine Übersicht über alle Vermittlertypen:
1. Versicherungsmakler
Der Versicherungsmakler ist ein selbständiger Vollkaufmann und Gewerbetreibender, der für Versicherungssuchende die Vermittlung von Verträgen übernimmt.
2. Versicherungsvertreter
Der Versicherungsvertreter ist wie der Versicherungsmakler ein selbständiger Vollkaufmann und Gewerbetreibender, der allerdings alleine im Auftrag eines Unternehmers (Versicherer, Vertriebsorganisation, anderer Vermittler) für Versicherungssuchende die Vermittlung von Verträgen übernimmt.
3. Mehrfachvertreter
Der Mehrfachvertreter ist ein Versicherungsvertreter, der im Auftrag mehrerer Unternehmer (Versicherer, Vertriebsorganisationen, andere Vermittler) für Versicherungssuchende die Vermittlung von Verträgen übernimmt.
4. Sonderstellung: Versicherungsvermittler eines Versicherungsmaklers
Beantragt ein Versicherungsvertreter eines Maklers die Gewerbeerlaubnis nach § 34 d GewO, muss er das als Versicherungsmakler tun und nicht als Versicherungsvertreter.
5. Untervertreter als „arbeitnehmerähnlicher Selbständiger“
Versicherungsvertreter/Untervertreter galten früher nach der Rechtsprechung generell als Arbeitnehmer, weil sie nur für einen Auftraggeber tätig waren. Das Bundesarbeitsgericht hat den Status des Versicherungsvertreters (und damit auch des Untervertreters) durch Gerichtsentscheidungen bezüglich dieser Fragen mittlerweile geklärt.
6. Angestellter Außendienstmitarbeiter
In Abgrenzung zum selbstständigen Handelsvertreter nennt § 84 Absatz 2 HGB den angestellten Handelsvertreter (angestellte Vermittler oder auch angestellter Außendienstmitarbeiter). Er vermittelt für einen Unternehmer (seinem Arbeitgeber) Geschäfte und schließt sie in dessen Namen ab.
7. Tippgeber
Die Tätigkeit eines Tippgebers, die darauf beschränkt ist, Möglichkeiten zum Abschluss von Versicherungsverträgen namhaft zu machen oder Kontakte zwischen einem potentiellen Versicherungsnehmer und einem Versicherungsvermittler oder Versicherungsunternehmen herzustellen, stellt keine Vermittlung im Sinn des § 34 d GewO dar.
8. Fazit
Der Verbraucherschutz, der als rechtlich massives Dach eigentlich über dem gesamten Versicherungsvermittlerrecht stehen soll, wird in vielen Fällen zur Makulatur.